Konkretisierung Projektstand 2017

„Als Metropole Westfalens übernimmt Münster wichtige Funktionen für eine Region mit mehr als 1,5 Millionen Menschen.“ Die Stadt Münster selbst zeichnet sich durch eine sehr hohe Lebensqualität aus. Diese ist begründet in der Mischung aus Tradition und Innovation.

In den Feldern Wissenschaft und Handel ist es gelungen, Münsters führende Position im Wettbewerb der Städte auszubauen. Mit der Universität und als Sitz innovativer Zentren für Forschungs- und Technologietransfer als Wissenschaftspotenziale sind wichtige Grundlagen für eine zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung gelegt.

Für ein ausgewogenes Wachstum sind nicht nur die Entwicklungsfelder Wohnen, Wissenschaft und Handel, sondern gerade auch die der Kultur und Bildung von entscheidender Bedeutung. Ihnen kommt eine wesentliche und identitätsstiftende Rolle zu. Sie bilden unter anderem das Bindeglied für die Bürgerschaft untereinander und kennzeichnet das Selbstverständnis einer Stadt.

Ein wesentliches Standbein fehlt bis heute: ein Haus für Musik.

Dabei hat dieses mit den Spielstätten Romberger Hof und der ehemaligen Stadthalle seit 1920 in Münster Tradition. Bis zu seiner Zerstörung war dies der Spielort des städtischen Orchesters, das damit, unabhängig vom Theater, immer eine eigene Spielstätte besaß. In Folge des Wiederaufbaus wurde das Orchester zunächst gemeinsam mit dem Theater im heutigen Stadttheater untergebracht.

Ziel seinerzeit war es, in einem zweiten Schritt, auch die zerstörte Stadthalle durch einen Neubau zu ersetzen. Die so entstandene „Übergangslösung“ der Unterbringung des Theaters und des Orchesters in einem Haus hat aber leider bis heute Bestand.

Hier Abhilfe zu schaffen, ist wesentlicher Bestandteil des Nutzungskonzepts des KBFs. Geplant ist ein Konzertsaal mit 1.200 Plätzen. Die verstärkte Diskussion mit denen am Entwicklungsprozess beteiligten Interessengruppen führte zu der Entscheidung eine bisher geplante Mehrfachnutzung, Konzert- und Kongresssaal, nicht weiter zu verfolgen.

Gegen dieses Nutzungskonzept sprach auch der höhere Nutzflächen- und Nutzungszeitbedarf.

Dadurch wurde der Weg frei, die Planung auf eine ausschließlich qualitativ anspruchsvolle Konzertnutzung zu richten.

Hier sind die Standards hinsichtlich Akustik und Architektur des beispielhaften Konzertsaals in Bochum richtungsweisend.

Eine stadträumliche Nähe wichtiger Kultur- und Bildungseinrichtungen erleichtert und stärkt damit die wünschenswerten Wechselwirkungen.
Mit der letzten großen Freifläche im Herzen der Stadt, dem Hörster Parkplatz, kann eine Trilogie, Sprache-Lesen-Musik, geschaffen werden. Diese Trilogie ist von stadtgeschichtlicher Bedeutung und bietet die besten Standortvoraussetzungen für schulische Angebote wie VHS, Westfälische Schule für Musik und auch eine psychologische Beratungsstelle.

Ausgangspunkt der Überlegungen der Unterzeichner war der Umstand, dass alle vorhandenen Institute (VHS, Westfälische Schule für Musik, Psychologische Beratungsstelle und Orchester) nicht in Gebäuden untergerbacht sind, die für diese Nutzungen gebaut wurden, mit der Folge erheblicher organisatorischer und energetischer Nachteile und für die Aufgabenstellung eine gravierende Qualitätsminderung.

Eine gemeinsame Unterbringung von Musikschule, Volkshochschule und Schulpsychologie in einem Gebäudekomplex würde vorwiegend qualitative Synergien ermöglichen. Auch ergäben sich zusätzliche Synergien durch gemeinsame Nutzung von Flächen und Services.